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letzter Stand: 26.01.2010 22:19 Uhr
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SCB Newsletter
ISSN 1618-4785

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Dezember 2009
5. Dezember 2009
Journée Scientifique de Spéléologie in Han-sur-Lesse (Belgien)
Die letzte europäische Höfo-Tagung mit SCB-Beteiligung in 2009 war der belgische „Journée Scientifique de Spéléologie“, der am 5. Dezember wie immer in Han-sur-Lesse stattfand. Die bestens ausgestattete Tagungsstätte gehört der örtlichen Schauhöhle. Rund 80 Höfos waren angemeldet, etwas über hundert Leute anwesend. Einige weitere deutsche Gäste, die teilweise auch zum französischsprachigen Vortragsprogramm beitrugen (z.B. VdHK-Geschäftsführer Stephan Marks) waren bei regnerischem aber erderwärmungsmäßig mildem Wetter angereist. Gäste aus Brasilien, der Schweiz und Frankreich waren ebenfalls da. Leider gab es viel Konkurrenz durch etliche Bücherstände und die informationshungrigen belgischen Kollegen waren eher darauf aus, Publikationen gegen irgendwelche CDs zu tauschen, so dass das Spritgeld nur mit Mühe wieder reinkam.
Michael Laumanns
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Oktober 2009
23.-25. Oktober 2009
Irisches Höfo-Treffen
Da hätte sie mich fast erwischt – die Winterzeitumstellung. Denn dann fahren nicht mehr fünf Busse am Tag von Ballyvaughan ab, sondern nur noch zwei, was ausgeklügelte Rückreisepläne mit öffentlichen Verkehrsmitteln gründlich durcheinanderwirbeln kann.
Bis auf diesen leichten Schreck in der Morgenstunde - der völlig unbegründet war, weil sich schließlich eine Mitfahrgelegenheit nach Dublin ergab - war das Treffen aber genauso gut wie in 2005, als ich das letzte Mal in Irland war. Die SUI (Speleological Union of Ireland) spendierte mir für zwei Vorträge sogar ein richtiges Zimmer im Tagungshotel. Die irische Höfo-Szene ist klein - jeder kennt jeden und Namensschildchen stoßen auf komplettes Unverständnis. Rund 100 Tagungsteilnehmer, darunter auch etliche Besucher aus UK und sogar aus Alaska, hatten den Weg nach Ballyvaughan nördlich des Burren gefunden, darunter manche alte Bekannten, die man sonst nirgends trifft. Höhlenforschertreffen scheinen in Irland Familiensache zu sein, weil unglaublich viele Kinder herumwieselten - zumindest deutlich mehr als auf allen anderen Tagungen, die man sonst so kennt.
Das Wetter am Samstag war fürchterlich mit heftigem Sturm und Regenschauern, was aber dem SCB-Stand durchaus zugute kam. Am Sonntag besserte sich das Wetter, so dass ich einen Besuch der ca. 4 km entfernten Aillwee-Schauhöhle wagen konnte. Selbstverständlich hatte der Spaziergang sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg jeweils einen kräftigen Regenschauer als auch Sonnenschein (Irland eben). Die Aillwee Cave wurde erst 1940 entdeckt. Sie besteht aus einem einzelnen Gang mit schönem Schlüssellochprofil und hat zwei kleine Wasserfälle, die aus Deckenspalten plätschern. Die Höhle ist modern ausgebaut und zurückhaltend beleuchtet. Die wenigen Tropfsteine werden über Spotlichter gut in Szene gesetzt. Leider ist die erschlossene Strecke nur recht kurz und nach 35 Minuten muss bereits der Rückweg durch einen öden künstlichen Tunnel angetreten werden. Der (schon reduzierte!) Eintrittspreis von 15 € erreicht daher fast die Schmerzgrenze. Aber immerhin kann ich zurecht behaupten, das ganze Wochenende nicht nur hinterm SCB-Stand herummeditiert zu haben...
Michael Laumanns
19. Oktober 2009
Monsun-Variation und Stalagmiten
Am 19. Oktober 2009 hat Sebastian seine Doktorarbeit über die Isotopenanalyse von Stalagmiten aus Meghalaya an der Uni Potsdam erfolgreich verteidigt. Etliche SCB-Mitglieder waren zur Verteidigung und Doktor-Werdung unseres Drompfs nach Potsdam gekommen. Nach einem halbstündigen Vortrag über seine Arbeit wurde Sebastian noch 45 min. mit lästigen Fragen gequält (selbst ein SCB-Mitglied konnte sich nicht zurückhalten – ich war es aber nicht!), bevor er endlich das Endergebnis der ganzen Prozedur erfuhr: mit Auszeichnung bestanden. Herzlichen Glückwunsch! Über die Highlights der Arbeit berichten wir sicherlich in einer der nächsten Ausgaben des SCBNLs.
Norbert Marwan
16./17. Oktober 2009
Workshop „Zeichnen von Höhlenplänen“
Nachdem im vergangenen Jahr mit Unterstützung von Dieter Babucke (THV) in der Zinselhöhle ein SCB-Workshop zur Planaufnahme von Höhlen stattfand, trafen nun sieben SCBler zu einem Workshop zusammen, um die zeichnerische Umsetzung von Höhlenplänen zu üben. Am Freitag Abend stand Theorie auf dem Programm. Wozu ein Höhlenplan? Die „heilige Vierfaltigkeit“: Grundriss, Seitenriss, Profile und Legende. Ermittlung von Länge und Tiefe einer Höhle, Darstellung von Höhlen mit mehreren Etagen, Atlasdarstellungen.
Die praktische Umsetzung von Messdaten in eine veröffentlichungsreife Zeichnung wurde anhand der Tham Din (Laos) und des EDV-Programms „OnStation“ am Samstag Vormittag geübt. Die dabei aufgedeckten Fehler im Aufschrieb und im Originalplan des „Ausbilders“ machten deutlich, dass bei der Aufbereitung von Expeditionsergebnissen der Spruch des Jahres von Dirk Sasse („don’t drink and draw“) nicht ganz unberechtigt erscheint. Was jetzt noch fehlt, sind eigentlich nur Höhlen, die noch zu vermessen sind (Schätzungsweise schlappe 1,5 Milliarden auf diesem – und anderen – Planeten in unserer Galaxis. Man muss sich nur aufraffen).
Michael Laumanns
3. bis 10. Oktober 2009
Forschungswoche Hasel
14 Teilnehmer(innen) der ArGeKH mit teils sehr jugendlichem Alter (was nicht für den SCB-Zaungast am 3./4. Oktober gilt) fanden sich Anfang Oktober zur zweiten Höhlenforschungswoche in Hasel (Dinkelberg, Südschwarzwald) ein. Die erste Forschungswoche fand 2006 statt und war eine Folge der 2005er Verbandstagung in Hasel.
Durch das Engagement des Bürgermeisters, Herrn Kima, und die technische Unterstützung durch Hubert („Hubi“) Saaler, Frank Lacher und Dieter Spinoli, die mit ihrem Wissen über die Haseler Höhlen unverzichtbare Unterstützung leisteten, konnten weitere überraschende Neuentdeckungen gemacht werden. So wurden der Jubiläumsponor-Schacht, die Schammernbachschwinde, und der neue Stellacker Schacht jeweils auf einige Meter freigegraben, befahren und vermessen, doch weitere Fortsetzungen erscheinen hier unwahrscheinlich. Ein Tauchversuch wurde von Manfred Walter im Endsiphon der Erdmannshöhle unternommen – dort ist jedoch für weiteres Vorankommen eine Unterwassergrabung bei Nullsicht nötig.
Ein schöner Erfolg konnte im Unteren Wehrer Brunnen erreicht werden, in dem nach teilweise gefährlich verstürzten Engstellen Neuland gefunden werden konnte. Woher der deutliche Luftzug in der engen Bachhöhle stammt, müssen zukünftige weitere Erkundungen im „Zentralverbruch“ der Höhle klären. Eine zumindest hydrologische Verbindung zur 1 000 m entfernten Erdmannshöhle gilt als gesichert. Der Untere Wehrer Brunnen hat jetzt eine vermessene Ganglänge von rund 100 m. Besonders interessant sind versteinerte Knochen vom Nothosaurier im Höhlengestein.
Der Oberer Wehrer Brunnen wurde auf 9 m Länge freigelegt. Er endet in mehreren zu engen Klüften.
2010 ist geplant, die vor 100 Jahren verschlossene Pfarrhaushöhle wieder zu öffnen, die einen Zugang zum unterirdischen Bachlauf oberhalb der Erdmannshöhle bietet.
Michael Laumanns (nach einem Bericht von Andreas Hartwig)
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September 2009
25.-27. September 2009
Vogelnester in Churchill Hidden Earth 2009
Es geht schon immer noch was mehr: rein in den Schleifsack mit dem kleinsten transportablen Bücherstand der Welt. Diesmal musste es eben noch eine Liegematte und das neue Mini-Leichtgewichtszelt sein, das mir bei der diesjährigen BCRA-Konferenz in Churchill (Mendips) statt einem Mietwagen als Behausung diente.
Wie schon bei der Tagung in 2005 am gleichen Ort herrschte viel Betrieb. Es waren deutlich mehr als 500 Leute da. Gleichzeitig hatte der Europäische Dachverband seine Hauptversammlung, so dass diesmal viel internationales Publikum herumlief. Der deutsche Dunstkreis steuerte Beiträge zu Laos, Myanmar und Gabun bei. Auch der SCB-Stand wurde sehr gut frequentiert, so dass genügend Kleingeld für diverse Bierchen vorhanden war. Auch das traditionelle Samstag-Dinner kam wieder ganz gut, besonders die kleinen Blätterteig-Vogelnester, die bei uns mit irgendwelchen Pasteten gefüllt worden wären, in good old Britain aber einfach leer auf den Teller kommen und nach nichts schmecken – dies wurde natürlich sofort als Gesprächsstoff missbraucht, und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über chinesische Schwalbennester-Suppen, die schließlich im festen Vorhaben gipfelte, baldmöglichst einen BHB unter dem Titel „Karst and Cuisine“ herauszubringen.
Michael Laumanns
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