News of the Speläoclub (caving club) Berlin

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Last modified: 14.03.2014 20:44

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SCB Newsletter

ISSN 1618–4785

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October 2016

28. Oktober bis 1. November 2016

Lettomanoppello – italienische Speläo-Party 2016

Weit über tausend Höfos versammelten sich Ende Oktober zur jährlichen italienischen Höhlensause, die vor vielen Jahren in Casola erfunden wurde und gelegentlich an andere Austragungsorte wechselt: Diesmal nach Lettomanopello, der Stadt der Steine, in den Abruzzen, nicht weit vom Adriahafen Pescara und dem Nationalpark Majella entfernt. Der sehenswerte kleine Ort mit rund 3000 Einwohnern besaß die Toleranz, die Durchgangsstraße mit Festzelten nahezu blockieren zu lassen und bis spät in die Nacht hinein Life-Bands und lärmende Speleos zu ertragen. Die Veranstaltungsräume, Ausrüstungsstände und der Zeltplatz waren über die ganze Stadt verteilt, teilweise mit mehreren Kilometern (steiler) Fußwege dazwischen. Zwar war das Wetter durchgehend sonnig, aber die ständig kursierenden Shuttlebusse waren wirklich nötig. Mit Entsetzen stellte ich fest, dass der SCB-Stand extrem peripher im Steine-Museum untergebracht war, wo ansonsten nur Posterausstellungen standen. Gottseidank erbarmte sich Patrick Dériaz vom schweizer Verband, einen halben Tisch für mich frei zu räumen, so dass der SCB-Stand direkt an den Festzelten „zu stehen“ kam. Unterzeichner steuerte drei (englische, BASTA!) Vorträge und einen Workshop zu den EuroSpeleo Projects-Zuschüssen für Events/Expeditionen des europäischen Verbandes zur Tagung bei und im Gegensatz zu vielen bisherigen Italo-Veranstaltungen gab es diesmal ein umfangreiches und gut besuchtes Vortragsprogramm. Außer ein paar Deutschen waren nur noch einige Franzosen, Schweizer und ein Spanier da (vielleicht auch einige unerkannte Slowenen); ansonsten war diesmal die internationale Präsenz eher schwach – vermutlich wegen des recht weit südlichen Veranstaltungsortes. Wegen der Kette von Erdbeben im Herbst 2016 in den Abruzzen wurden wir am Sonntag früh dann von einem kräftigen Erdstoß geweckt. Schäden gab es aber keine und nur die deutschen Teilnehmer/innen waren besorgt (wie immer). Insgesamt eine gut gelungene Tagung mit herzlichen italienischen Gastgeber/innen, wie immer tollem Catering in den Festzelten durch lokale Vereine in einem Land der Weintrinker – ein 0,4er Bier kostete 5 Teuro, während es eine Flasche sehr genießbaren Roten für 4 Euro gab. Da war es ja klar, womit man seine letzten grauen Zellen traktiert und außerdem machte das dann auch unnötig zahlreiche sanitäre Anlagen gänzlich überflüssig (4 Toiletten für über tausend Leute...!).
Michael Laumanns
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September 2016

15. September 2016

Forum Höhlenschutz auf dem Deutschen Naturschutztag in Magdeburg

Kaum zu glauben, wie komplex der Naturschutz heute geworden ist und was man alles dazu sagen kann. Ohne einschlägiges Vorwissen zu EU-Instrumenten, Umweltverträglichkeitsprüfungen usw. waren die teils hochkarätigen Vorträge, die zum Thema Umweltrecht am 15. September auf dem Deutschen Naturschutztag in der Uni Magdeburg gehalten wurden, jedenfalls für Rafael und mich ziemlich anstrengend. Kaum vorstellbar, wie die etwa 700 Teilnehmer/innen solche Präsentationen eine ganze Woche lang überstehen konnten – so lange dauerte jedenfalls die gesamte Veranstaltung.
Die Verbandsvorsitzende Bärbel Vogel hatte am Donnerstagabend ein Höhlenschutzforum organisiert, zu dem das kleine Organisationteam rund um Bärbel, Friedhart Knolle, Anne Ipsen, Hannes Köbele, Sven Bauer und Michael Brust dann auch kräftig zusätzliche Stühle heranschleppen musste, denn der Andrang war enorm. Offenbar hatten die Besucher aber zu später Stunde zur Entspannung vom Vortragsmarathon durchaus ein paar schöne Höhlenbilder erwartet. Diese Erwartung wurde allerdings enttäuscht. Die VdHK-Präsentationen waren eher knochentrocken und bestanden teilweise aus reinen Textvorträgen. Daher nahm die Mehrzahl der Besucher/innen in der Pause Reißaus und es wurde aus meiner Sicht die Chance verpasst, die Höhlenschutz-Message hübsch verpackt rüberzubringen und die Leute bis zum Schluss zu faszinieren.
Naja, Kritik (wird übrigens vom Verband dem Vernehmen nach nicht geteilt ☺) ist immer leicht. Immerhin schon mal sehr gut, dass unser Verband inzwischen solche Veranstaltungen hinbekommt. Das ist ein großer Schritt vorwärts.
Michael Laumanns
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July 2016

16. bis 24. Juli 2016

ISAAK-Forschungslager im Sägistal

Nach fünf Jahren Pause haben wir in der Woche vom 16. bis 23. Juli 2016 das Höhlenforscherlager im Sägistal wieder belebt. Diesmal hatten wir nicht nur Unterstützung von der SGH Bern, sondern auch großartige Unterstützung von der SGH Interlaken. Die lange Pause scheint dem Interesse am Sägistal sogar eher zuträglich gewesen zu sein. Am ersten Wochenende hatten wir um die 20 Höhlenforscher - mit Nationalitäten aus Schweiz, Deutschland, Belgien und sogar Kanada. Der Rest der Woche waren etwa 8 bis 10 Höhlenforscher dabei. Für Abwechslung und Unterstützung sorgten auch einige Kinder zwischen 5 und 11 Jahren (von Rolf und Chrigel), die für manche Engstellen die genau richtige Größe (bzw. Kleinheit) hatten.

Nach einer regenreichen Vorwoche mit einer Schneefallgrenze bis unter 1700 m verwöhnte das Wetter unser Sägistal-Lager mit blauem Himmel und Sonne pur. Lediglich Ende der Woche gab es etwas unbeständigeres Wetter und in der Nacht Regen. Das schöne Wetter und die große Anzahl Leute nutzend haben wir in den ersten Tagen auf der Schränni im Sektor D einen großen Abschnitt systematisch prospiziert und etliche Kleinobjekte aufgenommen und bearbeitet. Interessant sind hier eine große Abrißspalte mit über 120 m vermessener Ganglänge (D150, D151) und eine kleine Höhle (D143), die sich am Rand eines Einsturztrichters nach einer kleinen Grabung offenbarte. Der Sektor K wurde besucht und die noch offenen Objekte bearbeitet. Im Anschluß ging es in den Sektor L, wo im L3 der niedrige Schneestand genutzt wurde, um potentielle Fortsetzungen (z. B. in Richtung L1) abzuklären -- leider ohne Erfolg: die beiden gefundenen Fortsetzungen sind hoffnungslos verschottert. Sowohl im Sektor D als auch in K und L konnten die vorläufigen Objektbezeichnungen "XX" aus dem Jahr 2000 den eigentlichen Höhlen zugeordnet werden. Bei anderen Höhleneingängen, die im Jahr 2000 mit GPS eingemessen aber bisher nicht wiedergefunden wurden, konnten Fehlerquellen identifiziert werden, so daß beim nächsten Lager (die nun sicher wieder jährlich stattfinden werden) hoffentlich diese auch bearbeitet werden können. In diesem Zusammenhang konnte z. B. die vermißte Höhle B6 "wiedergefunden" werden, die 2002 fälschlicherweise als B17 aufgenommen wurde.

Am Donnerstag wurde der L1 besucht und neben der Fortführung der Fotodokumetation wurde nun endlich der Idioteneinsatz vermessen. Dieser endet momentan an einem "unzeichenbaren" und unpassierbaren Bereich. Allerdings besteht hier Hoffnung, durch gezielten Meißel-Einsatz noch ein paar Meter weiterzukommen. Im L1 bleibt immer noch das Neuland 2008 zu erforschen und zu vermessen. Zum Abschluß der Woche haben wir den Sektor F anprospiziert, der jedoch leider hauptsächlich nur aus verblockten Karrenspalten und Klüften zu bestehen scheint. Hoffentlich ist Sektor G (oberhalb von F) reicher mit Höhlen gesegnet.

Zu erwähnen wäre noch, daß wir ein hübsches Höhlenforscher-Brettspiel kennenlernen und weiterentwickeln durften. Wir sind gespannt, was daraus noch wird. Ein Nebeneffekt beim Erstellen einer neuen Vorlage auf Basis des Oberländers war, daß wir noch einige ungeklärte Fragezeichen in der Oberländer-Höhle entdeckt haben.

Alles in allem war das Lager wieder sehr schön und sehr erfolgreich. Das Interesse am Sägistal scheint bei etlichen Leuten geweckt worden zu sein, was Hoffnung auf eine neue Kontinuität macht. Hervorzuheben ist auch die unglaublich gute Konstellation, die sich mit Chrigel als Höhlenforscher und Mitglied sowohl in der Bergschaft als auch im Fischereiverein ergibt. Sein unermüdlicher Einsatz beim Organisieren und Durchführen der Materialstransporte bereits vor dem Lager hat letztendlich zu dem guten Lager beigetragen, wofür ihm und seiner Familie ganz herzlich gedankt ist.

Für das nächste Lager ist die Einrichtung der ersten Schächte im Oberländer und Chessiloch geplant, um die noch unbekannten Schlote im Bereich Büchsebode (Chessiloch) und Mosaikboden/ Gruft/ Namenloser Schacht (Oberländer) zu erforschen. Außerdem wartet das St. Orestloch nach wie vor auf unsere abschließende Bearbeitung der wasserführenden Kaskadenstrecke.
Norbert
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