News of the Speläoclub (caving club) Berlin

Notice: News are presented when they are newer than six months. Older news are moved into the archive. Sorry, news and date formatting are in german only.
Last modified: 14.03.2014 20:44

[July 2016] [Archived news]

SCB Newsletter

ISSN 1618–4785

SCBNL-cover An electronic newsletter containing reports, news, dates and addresses all around the Speläoclub (caving club) Berlin. For reading the acrobat reader is required, which can be downloaded for free here. If you wish to read the newsletter regularly, you can subscribe to the newsletter. Accessible also through the archive server of the Deutsche Bibliothek.
 

July 2016

16. bis 24. Juli 2016

ISAAK-Forschungslager im Sägistal

Nach fünf Jahren Pause haben wir in der Woche vom 16. bis 23. Juli 2016 das Höhlenforscherlager im Sägistal wieder belebt. Diesmal hatten wir nicht nur Unterstützung von der SGH Bern, sondern auch großartige Unterstützung von der SGH Interlaken. Die lange Pause scheint dem Interesse am Sägistal sogar eher zuträglich gewesen zu sein. Am ersten Wochenende hatten wir um die 20 Höhlenforscher - mit Nationalitäten aus Schweiz, Deutschland, Belgien und sogar Kanada. Der Rest der Woche waren etwa 8 bis 10 Höhlenforscher dabei. Für Abwechslung und Unterstützung sorgten auch einige Kinder zwischen 5 und 11 Jahren (von Rolf und Chrigel), die für manche Engstellen die genau richtige Größe (bzw. Kleinheit) hatten.

Nach einer regenreichen Vorwoche mit einer Schneefallgrenze bis unter 1700 m verwöhnte das Wetter unser Sägistal-Lager mit blauem Himmel und Sonne pur. Lediglich Ende der Woche gab es etwas unbeständigeres Wetter und in der Nacht Regen. Das schöne Wetter und die große Anzahl Leute nutzend haben wir in den ersten Tagen auf der Schränni im Sektor D einen großen Abschnitt systematisch prospiziert und etliche Kleinobjekte aufgenommen und bearbeitet. Interessant sind hier eine große Abrißspalte mit über 120 m vermessener Ganglänge (D150, D151) und eine kleine Höhle (D143), die sich am Rand eines Einsturztrichters nach einer kleinen Grabung offenbarte. Der Sektor K wurde besucht und die noch offenen Objekte bearbeitet. Im Anschluß ging es in den Sektor L, wo im L3 der niedrige Schneestand genutzt wurde, um potentielle Fortsetzungen (z. B. in Richtung L1) abzuklären -- leider ohne Erfolg: die beiden gefundenen Fortsetzungen sind hoffnungslos verschottert. Sowohl im Sektor D als auch in K und L konnten die vorläufigen Objektbezeichnungen "XX" aus dem Jahr 2000 den eigentlichen Höhlen zugeordnet werden. Bei anderen Höhleneingängen, die im Jahr 2000 mit GPS eingemessen aber bisher nicht wiedergefunden wurden, konnten Fehlerquellen identifiziert werden, so daß beim nächsten Lager (die nun sicher wieder jährlich stattfinden werden) hoffentlich diese auch bearbeitet werden können. In diesem Zusammenhang konnte z. B. die vermißte Höhle B6 "wiedergefunden" werden, die 2002 fälschlicherweise als B17 aufgenommen wurde.

Am Donnerstag wurde der L1 besucht und neben der Fortführung der Fotodokumetation wurde nun endlich der Idioteneinsatz vermessen. Dieser endet momentan an einem "unzeichenbaren" und unpassierbaren Bereich. Allerdings besteht hier Hoffnung, durch gezielten Meißel-Einsatz noch ein paar Meter weiterzukommen. Im L1 bleibt immer noch das Neuland 2008 zu erforschen und zu vermessen. Zum Abschluß der Woche haben wir den Sektor F anprospiziert, der jedoch leider hauptsächlich nur aus verblockten Karrenspalten und Klüften zu bestehen scheint. Hoffentlich ist Sektor G (oberhalb von F) reicher mit Höhlen gesegnet.

Zu erwähnen wäre noch, daß wir ein hübsches Höhlenforscher-Brettspiel kennenlernen und weiterentwickeln durften. Wir sind gespannt, was daraus noch wird. Ein Nebeneffekt beim Erstellen einer neuen Vorlage auf Basis des Oberländers war, daß wir noch einige ungeklärte Fragezeichen in der Oberländer-Höhle entdeckt haben.

Alles in allem war das Lager wieder sehr schön und sehr erfolgreich. Das Interesse am Sägistal scheint bei etlichen Leuten geweckt worden zu sein, was Hoffnung auf eine neue Kontinuität macht. Hervorzuheben ist auch die unglaublich gute Konstellation, die sich mit Chrigel als Höhlenforscher und Mitglied sowohl in der Bergschaft als auch im Fischereiverein ergibt. Sein unermüdlicher Einsatz beim Organisieren und Durchführen der Materialstransporte bereits vor dem Lager hat letztendlich zu dem guten Lager beigetragen, wofür ihm und seiner Familie ganz herzlich gedankt ist.

Für das nächste Lager ist die Einrichtung der ersten Schächte im Oberländer und Chessiloch geplant, um die noch unbekannten Schlote im Bereich Büchsebode (Chessiloch) und Mosaikboden/ Gruft/ Namenloser Schacht (Oberländer) zu erforschen. Außerdem wartet das St. Orestloch nach wie vor auf unsere abschließende Bearbeitung der wasserführenden Kaskadenstrecke.
Norbert
[To the page top]