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August 2025
16. bis 23. August 2025
ISAAK-Forschung im Sägistal
Dieses Jahr fand unser Sägistal-Forschungslager in etwas kleinerer Runde als gewohnt statt. Bis zu neun Teilnehmer, die von der SGH Bern, dem Speläoclub Berlin, aus Frauenfeld, Zürich und Newcastle (UK) kamen, fanden den Weg ins Sägistal. Es wurden wieder etliche Objekte aus dem Kataster abgeschlossen; einige waren davon sogar deutlich länger als erwartet.
Wir widmeten den Sektoren C und D auf der Schränni die meisten Tage. Neben etlichen Kleinobjekten, die wir abschließend bearbeiteten, erkundeten und vermaßen wir die von polnischen Höhlenforschern in den 1980er-Jahren gefundenen Höhlen SG22, SG24, SG27 und SG30. Dabei wurden etliche Gänge entdeckt und vermessen, die vorher gar nicht bekannt waren; im SG22 wurden fast 125 m vermessen, im SG24 und SG30 jeweils etwa 50 m. Darüber hinaus wurde im C99 der Eingang so weit erweitert, daß wir diese Höhle ebenfalls vermessen konnten (etwa 19 m), und der Corona-Schacht (D1) wurde nachvermessen und gezeichnet (ebenfalls etwa 50 m). Im Bauländer wechselten wir den Datenlogger und mußten dabei feststellen, daß der Schneekegel extrem weit abgeschmolzen ist. Dadurch kamen wir in den unteren Bereich des Schachtes und konnten einen Teil neu vermessen (diesmal ohne Schnee). Allerdings sind die Fortsetzungen durch extreme Eisbildung (bedingt durch das viele Schmelzwasser aus dem Schacht) momentan versperrt. Im Sektor D haben wir einige neue interessante Objekte gefunden, die wir bisher offenbar wegen Schneeüberdeckung übersehen hatten.
Im Sektor A wurden die beiden in den letzten Jahren gefundenen Objekte erweitert und erkundet, leider ohne eine große Höhle zu finden (beide kleiner 5 m).
Im Sektor O erkundeten und vermaßen wir das O9, ein stark abfallender Mäander, der überraschend über 50 m Neuland einbrachte. Wegen des geringen Schnees, konnten wir in diesem Sektor und im Sektor P zwei weitere kleinere Objekte abklären.
In der Höhle L1 überprüften wir unsere Versuchsanordnungen zum Sammeln von frischen Karbonatsintern, nahmen Wasserproben und führten kleinere Messungen zum Höhlenklima durch. Leider konnten wir aus Zeitmangel unsere geplanten wissenschaftlichen Untersuchungen in der Oberländerhöhle nicht durchführen – das wird nächstes Jahr nachgeholt.
Die Forschungswoche war letztendlich sehr erfolgreich: Wir haben 460 m Höhlen vermessen bzw. nachvermessen, etliches davon auch als Neuland. Im Sägistal haben wir damit dieses Jahr die 10 km-Marke an bekannten Höhlengängen überschritten!
Es gibt mal wieder ein BODENLOS (Publikationsorgan der ISAAK), und zwar als Sonderausgabe zum Sägistal. Allerdings gibt es nur eine sehr, sehr kleine Auflage. Wer eins haben möchte, muß sich beeilen! Nähere Infos auf https://bodenlos.isaak.org
Zu Himmelfahrt haben wir in der Bleßberghöhle Photogrammetrie-Testaufnahmen der schräg hängenden Sinterröhrchen gemacht. Unter anderem sollten dabei Kamera- und Lichtsysteme unter realen Höhlenbedingungen getestet werden. Im Anschluss waren wieder beim Zinselhöhlentreffen.