News of the Speläoclub (caving club) Berlin

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Last modified: 18.10.2018 19:42

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SCB Newsletter

ISSN 1618–4785

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November 2018

8. November 2018

Mind the lab – Wissenschaft in der U-Bahn

Im Rahmen der "Science Week" in Berlin hatte sich unser Institut (PIK) und unser EU-Projekt "QUEST" an einer neuen Form von Wissenschaftskommunikation beteiligt. Mind the lab ist ein Format, das Passanten mit Wissenschaft konfrontiert – und zwar dort, wo man es nicht erwarten würde: in U-Bahn-Stationen. Das Ereignis fand zeitgleich in Berlin, Madrid, Edinburgh, Dublin und São Paolo statt.
Uns war die U-Bahn-Station Möckernbrücke in Berlin-Kreuzberg zugeteilt worden und unser Thema war die "Klimazeitmaschine". Auf der einen Seite nutzen wir am Institut Modellierungen, um das Klima zu verschiedenen Zeiten zu rekonstruieren (z. B. zur Zeit des großen Dinosauriersterbens vor 66 Millionen Jahren), auf der anderen Seite nutzen wir auch Klimaarchive wie Seesedimente oder Tropfsteine, also richtige Beobachtungen, um Klimaänderungen in vergangenen Epochen zu verstehen. Gerade die Arbeit mit Tropfsteinen ist für Besucher faszinierend, denn statt nur vor dem Computer zu sitzen macht sich der Wissenschaftler halt auch mal richtig schlammig und die Arbeit hat etwas von Abenteuer.
Zur Unterstützung war auch Sebastian extra aus Bochum angereist und hatte etliche aufgesägte Stalagmiten als Anschauungsmaterial mitgebracht. Eine kleine Schaufensterpuppe war zünftig als Höhlenforscher eingekleidet, bewaffnet mit einem CO2-Meßgerät. Sebastian und Mareike (aus unserem Presse-Büro) sahen ebenfalls wie Höhlenforscher aus. Neben uns hatten Kollegen aus dem Institut für Zoo- und Wildtierforschung Stellung bezogen, mit Mikroskopen und Schaugläsern voll mit Spul- und Bandwürmern und anderen Parasiten (was ihr Thema der Präsentation war). Wider Erwarten hielten doch zahlreiche Passanten an und kamen mit uns ins Gespräch. Es war eindeutig ein Publikum, das sonst so gut wie gar nicht Interesse an Wissenschaft hat und z. B. auch nicht zur Langen Nacht der Wissenschaften kommen würde. Daher war die Veranstaltung sehr erfolgreich. Gefreut hatten wir uns auch über den Besuch einiger SCBler an unserem Stand.
Norbert
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October 2018

1. bis 4. Oktober 2018

Altmühltal 2018

Wie in fast jedem Jahr fuhren Torsten, Uwe und Andreas ins Altmühltal
nach Essing um weitere Höhlen zu vermessen. Von Michael Fleischmann
erhielten wir Informationen, welche Objekte es noch zu klären oder
suchen und vermessen galt. In diesem Jahr vermaßen wir in der
Bischofsbucht (gegenüber dem Kloster Weltenburg) eine Höhlenruine, die
Strudelkolkhöhle, die Felsplattengrotte und die Dohlen-Kanzel, welche
etwas schwer zu erklettern war. Die Messergebnisse wurden tagesaktuell
von Uwe an Michael übermittelt und etwaige Fragen geklärt. Anderen
Tages untersuchten wir die Gegend in Jachenhausen rund um den
Teufelsfelsen, wobei Objekte für 2019 vermerkt wurden. Bei bestem
Wetter erfolgte noch ein Besuch der Schambachquelle mit Blick in den
prall gefüllten Forellenteich. Damit auch die Bildung nicht zu kurz
kommt stand ein interessanter Besuch im Archäologischen Museum in
Kehlheim an. Alles in allem bietet diese Region noch Potenzial für
mehrere Generationen Höhlenforscher.
Andreas
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August 2018

4. bis 11. August 2018

ISAAK-Forschungslager Sägistal

Vom 4. bis 11. August 2018 fand das ISAAK-Forschungslager im Sägistal mit Höhlenforschern aus der Schweiz, Deutschland und Iran sowie acht(!) Kindern statt.

Das Alpvogtloch wurde mit Stahlseilleitern eingerichtet und die Vermessung der noch offenen Fortsetzungen nach dem P8 begonnen. Die Vermessung konnte noch nicht abgeschlossen werden und wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Der Eingangsschacht im Oberländer wurde neu eingerichtet. Der Eisblock im Eingang des Oberländers ist inzwischen völlig verschwunden. Die neue Abseilstrecke wurde so eingerichtet, daß sie außerhalb von Steinschlag und Wasser ist. Ziel der Neueinrichtung ist, die noch offenen Fragezeichen im Bereich unterhalb des Honigtropfenschachtes abzuklären. In diesem Jahr wurde der Puderzuckergang fotographisch dokumentiert.

Die Höhle O1 wurde nach fast 30 Jahren wieder befahren; jedoch stoppte hier die Tour an der ersten heiklen Kletterstelle. Am Boden nach der Kletterstelle ist ein kleiner Schacht zu sehen, den es laut Vermessung von 1988 eigentlich gar nicht geben sollte. Hier wartet ebenfalls noch Arbeit im nächsten Jahr. Unweit der O1 wurde die Höhle P5 vermessen. Leider endet sie (momentan) nach reichlichen 12 m in einem zu engen Mäander. Links oberhalb davon öffnet sich jedoch eine flache, liegende Spalte, über die man möglicherweise doch noch weiterkommen kann. Die Erkundung konnte jedoch wegen aufkommendem Unwetter nicht fortgesetzt werden (Arbeiten im Sektor P scheinen das Unwetter magisch anzuziehen, weshalb man den Sektor wohl besser Regensektor nennen sollte). Oberhalb des Wanderweges von der Schynigen Platte zum Faulhorn, im Abschnitt, der durch das Sägistal führt, wurden in der Steilwand zwei Objekte aufgenommen und damit der Sektor Q neu eingeführt. Das neue Objekt Q2 ist ein Mäander, deren Eingang mit einigen räumbaren Steinen verlegt ist, aus dem jedoch ein kräftiger Wind bläßt. Bei einer Wanderung unterhalb der Steilwand der Schränni wurden einige potentielle Höhlen in der Steilwand entdeckt. An der Grenze zwischen Sektoren B und C wurde in der Steilwand die Höhle B18 mit einer Länge von über 10 m aufgenommen. Erkundung steht noch aus.

Im L1 wurde die Engstelle "Hoffen" noch etwas vergrößert und gegen den Zulauf von Wasser weiter abgesichert. Verschiedene Bereiche des L1 wurden fotographiert (Engstellen Hoffen und Bangen, Eingangsmäander, Verließ).

Im Sektor D wurde versucht, einige der ersten aufgenommenen D-Löcher aus den 90er-Jahren wieder zu finden. Immerhin konnte das D21 identifiziert werden, da zwischenzeitlich (2016) als D119 wiederentdeckt wurde.

Für 2019 ist das Sägistal-Lager im Vorfeld des Nationalen Kongresses der Schweiz in Interlaken geplant. Es wird für die Kongress-Teilnehmer die Möglichkeit angeboten, sich an der Forschungswoche zu beteiligen.
Norbert
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