Archived news of the Speläoclub (caving club) Berlin

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November 2023

8. bis 10. November 2023

Geo.X-Workshop zum Sägistal

ystematische Höhlenforschung im Sägistal findet durch uns schon seit 1988 statt. Biospeläologische (Knochen) und mineralische Proben (Gipsausblühungen, Mondmilch, Stalagmiten-Bruchstücke) wurden bereits hin und und wieder untersucht. Höchste Zeit, das wissenschaftliche Potential vertieft zu diskutieren.

Zu diesem Zweck organisierten wir (Seb und ich) ein erstes „Brainstorm“-Treffen am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Teilnehmer waren Wissenschaftler von der Uni Potsdam, vom GFZ Potsdam, AWI Potsdam, PIK Potsdam, Uni Bern und Northumbria Uni Newcastle.

Unsere ersten Überlegungen in der Vorbereitung des Treffens gingen in die Richtung, eine interdisziplinäre Forschungsgruppe zu gründen und eine Projektidee zu entwickeln, die sich auf die Nutzung von Stalagmiten, Höhlensedimenten und weiteren höhlenbasierten Paläoumweltdaten konzentriert, um Landschafts- und Umweltveränderungen in den Schweizer Alpen während des späten Quartärs zu untersuchen. Für das Treffen konnten wir finanzielle Unterstützung durch Geo.X nutzen, einem Netzwerk aus Unis und Forschungseinrichtungen im Berlin-Brandenburger Raum, die zu geologischen Themen arbeiten. Die eingeladenen Gruppen vertreten verschiedene Expertisen, die von analytischen Kapazitäten (Spurenelement- und Isotopenmessungen, Datierungen usw.) über methodische Spezialitäten (Structure-from-Motion-Analysen, Datenanalyse) bis hin zu Untersuchungen der Landschafts­entwicklung, des Paläoklimas und des Kohlenstoffkreislaufs reichen. Während des Treffens wurden diese Expertisen sowie jeweils ein spezielles Projektergebnis, das thematisch paßt, von den Gruppen vorgestellt. Es gab natürlich auch eine ausführliche Präsentation des Sägistals, der Besonderheiten, des wissenschaftlichen Potentials, der (wissenschaftlichen) Vorarbeiten und natürlich auch der speläologischen Erkundung und Dokumentation. Einen großen Raum nahmen Diskussionen zu möglichen interessanten Forschungsfragen, die in dieser Region bearbeitet werden könnten, ein. Hierbei lag der Fokus einerseits auf einer möglichst ganzheitlichen Betrachtung, um die verschiedenen Disziplinen miteinander zu verbinden, und andererseits auf der Realisierbarkeit der Forschung bzw. Forschungsförderung. Letzteres ist gar nicht so einfach, wenn man mehrere Länder beteiligen möchte. Daher könnte ein möglicher Weg sein, mit einem kleinen Projekt zu beginnen, über ein größeres Projekt mit drei Ländern (D, A, CH) dann bis zu einem EU-finanzierten Netzwerk zu kommen. Wir hoffen, daß wir möglichst bald die ersten Schritte in Richtung wissenschaftlicher Projekte im Sägistal gehen können.

Das Treffen war ein voller Erfolg, um neue Ideen zu entwickeln, sich besser kennenzulernen und neue Netzwerke zu knüpfen. Zum Beispiel hat sich eine interessante kleine Projektidee entwickelt, die wir demnächst im Labor der Uni Potsdam testen und dann im Oberländer in die Tat umsetzen möchten. Mehr Details folgen, sobald es soweit ist – es bleibt spannend.
Norbert
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July 2023

15. bis 22. Juli 2023

ISAAK-Forschungslager Sägistal

Mit bis zu 16 Teilnehmern erfreute sich das Sägistal mal wieder eines recht gut besuchten Forschungslagers. Die Teilnehmer kamen von der SGH Bern, SGH Interlaken, der OGH, vom Speläoclub Berlin, aus Potsdam, aus Dresden und mehrere Höhlenforscher kamen sogar aus Newcastle (UK). Die Anreise bzw. der Aufstieg ins Sägistal begann etwas schleppend, da zwei Teilnehmer aus Newcastle mit dem Flugzeug später als erwartet anreisten.

Bis auf einen Regentag war das Wetter sehr gut, so daß wir viel machen konnten. Unsere Aktivitäten umfaßten wieder das Bearbeiten bereits bekannter aber nicht abgeschlossener Kleinobjekte, auf die Fotodokumentation größerer Höhlen sowie wissenschaftlicher Probennahmen (in Vorbereitung geplanter wissenschaftlicher Projekte).

In den Sektoren O, C, E und F haben wir insgesamt 27 Höhlen abschließen können (insgesamt über 100 m Neuland). Erwähnenswert sind hiervon eigentlich nur die Spaltenhöhle C39 mit fast 14 m Länge, und die beiden Schächtlein E29 und O17 mit 16 m bzw. 13 m Tiefe. Alle anderen Objekte waren deutlich kleiner und tlw. sogar weniger als 5 m lang. Einige wenige Objekte in den Sektoren C und F haben wir neu entdeckt und tlw. auch schon abschließend bearbeitet. Hierzu zählten F8 und F9 die nach viel Potential aussahen (Steine schienen recht tief zu fallen), aber nach Beräumung der großen Blöcke im Eingang dann doch leider weniger als acht Meter tief (F8) bzw. vier Meter lang (F9) waren.

In der Seeschwinde, im L1 und im Oberländer haben wir mit Nicole Fototouren zur Dokumentation unternommen. Dabei sind hervorragende Bilder entstanden. Den Eingang zur Höhle zur Seeschwinde haben wir dieses Jahr erneuert, da die Holzeinbauten tlw. eingebrochen waren und keine Schutzfunktion mehr hatten. Wir haben bei unseren Touren im L1 und im Oberländer nach kryogenen Karbonaten gesucht (der Erfolg läßt sich erst im Labor bestimmen). Außerdem haben wir im Oberländer Datenlogger getauscht bzw. auch neu installiert.

Diese Forschungswoche bereitete uns wieder viele schöne Erlebnisse, und mit unseren Aktivitäten können wir recht zufrieden sein. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.
Norbert
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January 2023

20. Januar 2023

Sägistal: Kälteste gemessene Temperatur in der Schweiz!

Die neue Wetterstation im Sägistal, betreiben von "Kaltluftseen", zeigte am 20. Januar 2023 einen Rekord-Tiefstwert von –42,4°C! Das ist die kälteste Temperatur, die in der Schweiz seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurde. Allerdings ist der Rekord nicht offiziell, da die Wetterstation nicht direkt vom Schweizer Wetterdienst betrieben wird.
Norbert
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